Grube Einigkeit und Stollen Nr. 1

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Die Grube Einigkeit (Svornost), die älteste Urangrube der Welt, wurde im Jahre 1518 unter dem Namen Konstantin zum Abbau ergiebiger Silbererzvorkommen gegründet. Den Namen Einigkeit erhielt sie im Jahre 1530 in Erinnerung an die Beilegung eines Streits zwischen den hiesigen Grubenbesitzern. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war sie eines der Hauptzentren des Jáchymover Silber- und Kobaltabbaus, ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch des Uranabbaus zur Herstellung von Farben und später von Radium. 1901 wurde die Grube geschlossen, um dann 1924 – nun unter der Regie des Staates – erneut den Betrieb aufzunehmen. Damals wurden auch ein neues Schachtgebäude mit Sanitäreinrichtungen, ein Maschinenraum mit einer Fördermaschine mit Elektroantrieb, mechanische Werkstätten und ein Wohngebäude für die Angestellten der Grube errichtet. Auf dem 12. Niveau wurde eine radioaktive Wasserquelle abgezapft, die hier im Jahre 1864 in 532 m Tiefe hervorgequellt war und in der Folge – als Curie-Quelle – in das Jáchymover Kurbad geleitet wurde. 1946 wurde die Grube Einigkeit zu einem Teil des neu entstandenen Staatsbergbauunternehmens Jáchymovské doly. Nicht weit von hier hatte das kommunistische Regime 1949 ein berühmt berüchtigtes Zwangsarbeitslager für politische Häftlinge eingerichtet. 1964 wurde die Grube Einigkeit nach Einstellung des Uranabbaus an das Kurbad in Jáchymov übergeben, um für dieses die Gewinnung von radioaktivem Wasser sicherzustellen. Zu diesem Zweck dient die Grube, die von 1992 bis 1996 einer rumfangreichen Modernisierung unterzogen wurde, bis heute. Neben der Curie-Quelle werden auch die Quellen C1, Běhounek und Agricola genutzt. Die wichtigsten Betriebsobjekte und technischen Anlagen der Grube sind gegenwärtig das Schachtgebäude, der Förderturm und der Maschinenraum. Der Betreiber der Grube, Léčebné lázně Jáchymov (Heilbad Jáchymov), ermöglicht in unregelmäßigen Abständen eine Besichtigung des 12. Niveaus der Grube. Die höheren Niveaus, einschließlich des Erbstollens Daniel aus dem 16. Jahrhundert (3. Niveau), sind gewöhnlich nicht zugänglich.

1952 schlugen die Jáchymovské doly in unmittelbarer Nähe der Grube Einigkeit den 220 m langen Stollen Nr. 1 heraus, mit dem man das Vorkommen einer Uranvererzung nachprüfen wollte. Der Stollen traf auch den historischen Erzabbaustoß auf dem Johann-Evangelisten-Silbergang. Der gesamte Arbeitsplatz war mit dem umzäunten Korridor der Grube Einigkeit verbunden. Um eine etwaige Flucht der Häftlinge unmöglich zu machen, wurden am Mundloch des Stollens massive Gitter installiert. Der Betrieb des Stollens wurde 1957 eingestellt. 2008 wurde der Stollen Nr. 1 für die Öffentlichkeit freigegeben. Zu sehen sind hier verschiedene Beispiele von Zimmerungen, Grubenwagen und Abbautechnik. Entlang des Freilichtmuseums beim Stollen Nr. 1 führt ein 8,5 km langer Lehrpfad mit dem Namen „Die Hölle von Jáchymov“.

Grundlegende Informationen
Hauptrohstoffe: Silber, Kobalt, Nickel, Wismut, Arsen, Uran, radioaktives Wasser
Bergbauperiode: 2 - 7
Zur Darstellung aller erwähnten, unverwechselbaren Merkmale des Erzgebirges wurden auf tschechischer und auf sächsischer Seite des Erzgebirges insgesamt 85 über das ganze Gebirge verteilte Bestandteile für die Eintragung in der Liste des Welterbes ausgewählt.

Členové Montanregionu v Česku

           
Abertamy Boží Dar Horní Blatná Jáchymov Krupka Loučná pod Klínovcem