Bergbaulandschaft Eibenstock

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Zur Darstellung aller erwähnten, unverwechselbaren Merkmale des Erzgebirges wurden auf tschechischer und auf sächsischer Seite des Erzgebirges insgesamt 85 über das ganze Gebirge verteilte Bestandteile für die Eintragung in der Liste des Welterbes ausgewählt.

Die Bergbaulandschaft Eibenstock dokumentiert die Gewinnung und Aufbereitung von Zinnerzen vom 14. bis 19. Jahrhundert. Sie liegt nördlich der Stadt Eibenstock in einem fast 1 km² großen Waldgebiet und ist heute einer der größten archäologischen Bergbauflächen im westlichen Erzgebirge. Der Bestandteil umfasst die Zinnerzgänge des Bergbaufeldes „Grün“ mit den Überresten von Seifenfeldern, Tagebauen, untertägigen Strukturen und dem Grünen Graben und seiner Nebengräben.

Der Zinnseifenbergbau im späteren Bergbaubezirk Eibenstock wird 1378 erstmals urkundlich erwähnt. Der Seifenbergbau fand seit dem 16. Jahrhundert durch die systematische Anlage von Seifenabschnitten oder Seifenwerken in größerem Umfang statt. Die Abbaue erreichten eine Tiefe von mehr als zehn Metern. Die so entstandenen, schluchtenartigen Geländevertiefungen verlaufen in drei Hauptzügen Richtung Osten. Die Vertiefungen entstanden zu großen Teilen unter Verwendung des Wassers des Grüner Grabens. Hierauf deuten die zahlreichen Grabenrelikte hin, die sich im Umkreis der Seifen befinden.

Der acht Kilometer lange Grüne Graben wurde zwischen 1558 und 1558 mit finanzieller Unterstützung des sächsischen Kurfürsten angelegt, er versorgte bis zu 10 Seifenfelder und 22 Pochwerke mit Wasser.

Fein gewaschene Sandplateaus und Ablagerungen befinden sich an mehreren Stellen und weisen auf Pochstellen zum Zerkleinern von Erzen und angrenzenden Erzaufbereitungsanlagen hin.

Über das gesamte Gebiet verstreut befinden sich zahlreiche Plätze von ehemaligen Kohlemeilern. Weiterhin sind in der Landschaft noch Überreste einer alten Handelsroute (Frühbußer Steig) zwischen Sachsen und Böhmen über das Erzgebirge sowie die alten Steinbegrenzungen eines Lassraums (Feldgröße 31 x 16 m) sichtbar.

Der untertägige Abbau von Zinnstein lässt sich für die erste Hauptperiode um 1480 nachweisen. Die Zinnbergwerke bei Eibenstock hatten für die sächsische Zinnproduktion große Bedeutung, insbesondere nach dem Einsturz der Altenberger Pinge im Jahre 1620 und der damit verbundenen Abnahme der Zinnproduktion im Raum Altenberg. Das hier gewonnene Zinn bildete im 16. und 17. Jahrhundert im Zusammenhang mit den zahlreichen Eisenhämmern in der Umgebung die Grundlage für die europaweit bedeutende Weißblechproduktion des Westerzgebirges. Der Betrieb der letzten Gruben wurde um 1890 eingestellt.

Denkmale des untertägigen Bergbaus sind Pressbaue und Schachteinbrüche. Das Pingenfeld Heiliger Geist und St. Bartolomäus geht nördlich direkt in das Areal Grüner Seifen über. Es ist geprägt durch langestreckte, kluftartig ausgebildete Pingen, die im Abstand von zum Teil nur 5 m parallel zueinander verlaufen. Die Pingen reichen bis in eine Tiefe von 5 m. Weiter westlich geht das Pingenfeld in einen flächig abgebauten Bereich von rund 100 m Durchmesser und 8 m Tiefe über. Ungefähr im Zentrum der Bergbaulandschaft Eibenstock befindet sich die Schwarze Pinge, die zu den größten Pingen überhaupt zählt. Sie besitzt eine Längenausdehnung von etwa 200 m und verläuft von Ost nach West. Nördlich der Schwarzen Pinge verlaufen parallel zu ihr mehrere kleinere Pingenzüge.

Die Bergbaulandschaft Eibenstock ist durch den Eibenstocker Bergbau- und Seifenlehrpfad touristisch erschlossen.

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